Eurasischer Fischotter
Eurasischer Fischotter

Eurasischer Fischotter

Lutra lutra | Eurasian Otter

Kommentierte Schaufütterung

Fütterungen um 10:00 Uhr (nur März bis Oktober) und 14:30 Uhr (ganzjährig)

Steckbrief
Systematik: Säugetiere, Raubtiere, Marderartige, Otter
Lebensraum: Seen, Flüsse, Marschland und Küsten
Bestand: Gefährdet
Höchstalter: Bis zu 16 Jahre
Gewicht: Bis zu 12 kg
Verbreitung: Europa, Asien, Afrika

In freier Wildbahn

Fischotter leben semiaquatisch (teils im Wasser, teils an Land) und sind durch Körperbau, Lebensweise und Verhalten perfekt ans Wasserleben angepasst. Junge Otter werden als Nichtschwimmer geboren, nach etwa 10 Wochen beherrschen sie das nasse Element aber schon perfekt. Als erwachsenenTiere können Fischotter nahezu lautlos schwimmen und unter Wasser problemlos hören und riechen. Anders als sein Name vermuten lässt, verspeist der Fischotter nicht nur Fische: Auch kleine Säugetiere, Vögel sowie Amphibien stehen auf seinem Speiseplan. Zur Zeit der Krötenwanderung fällt so manche Schaufütterung „ins Wasser“, weil sich unsere Wassermarder an Kröten gesättigt haben.

Das Fell des Fischotters ist wasserundurchlässig mit glatten Grannenhaaren und dichter Unterwolle. Fischotter besitzen auf einem cm² Haut 50.000 bis 100.000 Haare – so kommen pro Tier schon einmal unglaubliche 140 Millionen Haare zusammen! Durch den dicken Pelz ist gewährleistet, dass das Wasser nicht bis auf die Haut durchdringen kann. Zum Vergleich: Wir Menschen besitzen gerade einmal 120 Haare auf einem cm² Kopfhaut. Dieser kostbare Pelz wurde den Fischottern jedoch fast zum Verhängnis: Menschen jagten den Wassermarder, um die dichten Pelze zu bekommen, zudem wurde er als Nahrungskonkurrent von Fischteichen vertrieben und viele Individuen ertranken in Fischreusen. Sogar das Fleisch der Fischotter stand früher auf dem Speiseplan: Als Tier, welches überwiegend im Wasser lebte, galt er für die Kirche als „Fisch“ und durfte auch in der Fastenzeit gegessen werden.

Der Fischotter gehört noch immer zu den bedrohtesten Säugetieren Europas, vor allem auch, da die Lebensräume knapp werden. Vor 30 Jahren existierte der Fischotter in Deutschland nur noch in Restbeständen. Doch es gibt Hoffnung: Durch gezielte Schutzmaßnahmen haben sich heute in den meisten Bundesländern die Bestände erholt.

 

Bei uns

Wir halten bei uns den weiblichen Fischotter „Bonnie“ und ihre beiden in 2019 geborenen Töchter „Nelly“ und „Tiffy“.

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