Rentier
Rentier

Rentier

Rangifer tarandus | Reindeer

Steckbrief
Systematik: Säugetiere, Paarhufer, Wiederkäuer, Hirsche, Renhirsche
Lebensraum: Tundra und Taiga
Bestand: Nicht gefährdet
Höchstalter: 20 Jahre
Gewicht: Bis zu 300 kg
Verbreitung: Der Norden Europas, Asiens und Amerikas

In freier Wildbahn:

Rentiere sind die einzigen Hirsche, die zu Haustieren gemacht wurden. Die Sami, die letzten Ureinwohner Europas, leben im Norden von Norwegen, Schweden, Finnland und auf der russischen Kolahalbinsel noch heute von der Rentierzucht.

Rentiere in unseren Breitengraden zu halten ist nicht ganz einfach. Um gesund zu bleiben, brauchen sie ein speziell auf sie abgestimmtes Futter und dürfen deshalb auch nicht von unseren Besuchern gefüttert werden.

Im Unterschied zu anderen Hirschen tragen bei den Rentieren auch die Weibchen ein Geweih. Das der Rentierkühe ist jedoch kleiner und wird im Frühjahr abgeworfen. Die Rentierbullen dagegen werfen ihr ausladendes Geweih im Winter ab.

Die Hufe der Rentiere sind weit spreizbar, so dass sie sich auch auf morastigem Boden gut fortbewegen können, ohne tief einzusinken. Der unwirtliche Lebensraum zwingt die Rentiere zu langen Wanderungen, manchmal tausende Kilometer weit. Während dieser Wanderungen schließen sich die Tiere zu immens großen Gruppen von bis zu 50.000 Tieren zusammen.

Die Brunft der Rentiere beginnt im September. Im Mai werden dann die Rentierkälber nach einer Tragzeit von etwa 7,5 Monaten geboren.

 

Bei uns:

Unsere Gruppe Rentiere lebt in und um das Lappland-Lager „Björkträsk“ und besteht aus den beiden Bullen „Tjorre“ und „Sirpo“ sowie den Kühen „Ylla-Naalte“, „Sirkka-Nina“, „Neele-Kulta“, „Sölvie“, „Nuppa“, „Finnja“, „Marlin“, „Såvi“ und dem in 2020 geborenen Kalb „Majele“.

Die Rentiere des Landgrafen und die "wilde Lappenfrau"

Rentiere wurden auch schon vor über 400 Jahren von Landgraf Wilhelm IV. im Tierpark gehalten. 1580 schenkte Herzog Karl von Schweden dem Landgrafen zwölf Rentiere und eine junge Sami-Frau, die die Tiere auf ihrer langen Reise begleitete und sie auch fern der Heimat künftig versorgen sollte. Diese „wilde Lappenfrau“ kannte sich mit Rentieren gut aus, sie schlief sogar bei ihnen im Stall. Die Rentiere aber waren von der langen Reise mit Schiffen und Pferdewagen geschwächt und in der fremden Umgebung fehlte ihnen ihre gewohnte Nahrung. Bald wurden sie krank und verstarben nach und nach. Mit ihnen verschwand auch die Sami-Frau. Heute erinnert am Rondell ein Denkmal an diese „wilde Lappenfrau“.

Das Lappland-oder Sami-Lager "BJÖRKTRÄSK"

Mitten im Birkenwald in der Rentieranlage befindet sich ein kleines samisches Nomadenlager, wie es die Rentierzüchter noch heute in Gebrauch haben, wenn sie ihre Herden begleiten. Einen Hauch der Magie Lapplands und dieses Nomadenlebens kann man hier bei nordischen Geschichten am Lagerfeuer, beim Führen der Rentiere oder beim Werfen der Rentierlassos und anderen spannenden Abenteuern erleben. Für Gruppen bietet das Team von „RENRAJD vualka“ verschiedene Programme wie Lapplandabend, Rentierführerschein oder Übernachtung im Nomadenzelt an.

Weitere Informationen finden Sie auf: www.renrajd.com